FAQs


Ethik


Frage:
Was bedeutet Ethik in der Hundeerziehung?

Der Hund ist ein Individuum mit einer eigenen Persönlichkeit, vor der man Respekt haben muss.
Der Hund ist kein Gegenstand, er hat Gefühle und Bedürfnisse!
Der Hund hat ein Recht auf Erziehung, nicht nur auf Dressur und das Beibringen von Tricks.
Der Hund hat bestimmte Talente, die man innerhalb der Beziehung weiterentwickeln sollte, weil sie symbolisch für seine Bedürfnisse sind.
Der Hund muss von uns Menschen Empathie = Einfühlsamkeit erwarten können.

Empathie:
Bereit sein, den Anderen offen und objektiv wahrnehmen zu wollen.
Das Wahrgenommene, ohne die eigene Voreingenommenheit, interpretieren zu wollen
(sich lösen von Vorurteilen, von Allgemein Gesagtem, selbst nachdenken, selbst urteilen).
Das eigene Verhalten an diese Interpretation anpassen zu wollen.

Gib Deinem Hund eine Chance, sich selber vorzustellen!
(Quelle: Jan Nijboer)


Farben


Frage:
Welche Farben kann mein Hund sehen?

Die allgemeine Annahme, dass unsere Hunde keine Farben unterscheiden können und nur in einer Schwarzweiß-Welt leben wurde von der Amerikanerin Dr. Dana Vaughan in einer wissenschaftlichen Arbeit widerlegt. Die Hunde sind sicherlich mehr auf „Bewegung“ als auf „optische Farben“ fixiert. Dennoch sind die Farben „Blau“, „Indigo“, „Violett“ und „Rot“ für den Hund gut sichtbar. Die Farben „Grün“, „Gelb“ und „Orange“ kann der Hund nicht unterscheiden. Diese Farben kann der Hund aber ganz leicht von der Farbe „Weiß“ unterscheiden. Die Farbwahrnehmung des Hundes kann somit mit der „Rot-Grün-Blindheit“ (Deuteranopie) des Menschen verglichen werden.


Frageliste…

Frage:
…soll ich mir wirklich einen Hund anschaffen?

Wie sind meine Lebensumstände?

Bevor Sie überhaupt über die Anschaffung eines Hundes nachdenken, sollten Sie grundsätzlich
klären, ob in Ihrer derzeitigen Wohnsituation die Haltung von einem oder mehreren Hunden
erlaubt ist.
Schauen Sie in Ihrem Mietvertrag nach oder noch besser, klären Sie diese Frage persönlich mit
Ihrem Vermieter und lassen Sie sich, eine Einverständniserklärung geben, wenn Sie das Gefühl
haben, dass das zuverlässiger ist.
Es erscheint Ihnen möglicherweise etwas aufwendig, ist aber sicherlich unabdingbar. Einen Hund können Sie nicht einfach mal so in die Mietwohnung schmuggeln, in der Hoffnung, dass es die Nachbarn oder auch der Vermieter nicht mit bekommt. Haben Sie nicht gefragt oder steht in
Ihrem Mietvertrag klipp und klar, dass Sie keine Hunde halten dürfen, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Ihr Vermieter wird seine Rechte nutzen und Sie müssen im schlimmsten Fall den Hund wieder abgeben oder aber die Wohnung wechseln. Die erste Variante ist sehr schmerzhaft für beide Seiten, die zweite teuer, aufwendig und nicht immer so leicht lösbar.

Weiterhin sollten Sie, in Hinblick auf die Rasse / Größe und Eigenschaften des Hundes Ihre
Wohnsituation bei der Anschaffung eines Hundes mit einbinden. Ein großer, kräftiger, sehr aktiver und temperamentvoller Hund gehört in keine kleine Stadtwohnung in der er dann möglicherweise auch noch stundenlang alleine sein muss. Andersherum ist ein solcher Hund aber auch nicht alleine mit einem großen Haus und einem großen Garten geholfen, wenn dieser anstelle von Spaziergängen und anderen Aktivitäten angeboten wird.

Im Rahmen unseres hektischen Alltags und den vielen Aufgaben die wir bewältigen müssen,
sollte auch im Vorfeld geklärt werden, wo wir mit unserem Hund spazieren gehen können und ob wir dazu weite Strecken in Kauf nehmen müssen. Sicherlich bietet jede Stadt einen mehr oder
weniger großen Stadtpark, hierbei muss aber bedacht werden, dass Hunde dort oft nur an der
Leine geführt werden dürfen. Unser Anliegen muss aber sein, unserem Hund ausreichend
Auslauf und Spielmöglichkeiten zu bieten. Toben und mit anderen Hunden spielen ist an der
Leine eher problematisch. Darum klären Sie vorher ab, wo Sie mit Ihrem Hund spazieren gehen
könnten und ob Sie bereit sind und die Zeit dafür haben, gegebenenfalls, jeden Tag mit dem
Auto weiter raus fahren zu müssen.

Welcher Hund passt zu mir und meinem Leben?

Kaum haben Sie alle Fragen zum Thema Lebensumstände geklärt, stellt sich Ihnen die nächste
Frage. Soll es ein Welpe oder ein erwachsener Hund sein, ein alter oder junger, ein kleiner oder
großer, ein Rasse- oder Mischlingshund, vom Züchter oder aus dem Tierheim.
Ich möchte versuchen, Ihnen hier einpaar Anregungen zugeben, damit Ihnen Ihre Entscheidung leichter fällt.
Zunächst einmal erscheint es mir unabdingbar, dass Sie nicht NUR nach den Äußerlichkeiten
gehen und nicht NUR nach Rassebeschreibungen.
Ein Hund ist auch immer ein ganz individuelles Wesen und kann damit auch durchaus auch
Eigenarten entwickeln, die wir in keinem Buch gefunden haben und die uns kein Züchter erzählt
hat.
Egal ob Welpe oder erwachsener Hund, sie alle mögen, wenn Sie denn einer Rasse zuzuordnen
sind, Eigenschaften haben, die Ihnen der Züchter oder auch die Fachliteratur vermittelt haben.
Das Wissen um deren Bedürfnisse, rassegebunden ist sicherlich wichtig und sollte unbedingt mit
Ihren Lebensbedürfnissen und Lebensumständen harmonieren.
An dieser Stelle sei z.B. der in der Stadt lebende Mensch, der berufstätig ist und vielleicht auch
gar nicht so ein begeisterter Spaziergänger ist. Fällt hier die Wahl z.B. auf einen ausgesprochen bewegungsfreudigen Husky einen Bordier-Collie (Hütehunde) oder einen Münsterländer, so ist dem Hund damit ganz sicher nicht gedient und auch der Mensch wird sich schnell überfordert fühlen.
Ein Hund ist keine Maschine, er ist nicht programmierbar und er ist eben ein Hund, ein Tier,
welches uns immer wieder neue Seiten aufzeigen kann.
Das muss Ihnen nun keine Angst machen, aber Sie sollten sich bewusst machen, welch große
Verantwortung Sie haben und das ein Hund auch Eigenschaften oder ein Verhalten entwickeln
kann, welche sich aus seinen Lebensumständen, Lernprozessen, unerwarteten Ereignissen etc.
ergeben haben und die Sie nicht immer vorhersehen können.

Was weiß ich über Hunde, was erwarte ich?

Ein Hund hat je nach Rasse und Charakter seine ganz eigenen Bedürfnisse, die keinesfalls
ignoriert werden dürfen.
Das Wissen um die Tiere, Ihre Eigenarten, Ihre Erziehung, Ihre Haltung im Allgemeinen, Ihre
Körpersprache und Ihre Signale sollten für jeden angehenden Hundehalter nicht nur „Böhmische Dörfer“ sein.
Wir wünschen uns natürlich alle einen problemlosen, freundlichen, immer gut gelaunten Freund an unserer Seite, der unsere Kinder liebt, gerne Auto fährt, immer brav kommt wenn wir ihn rufen, nicht bellt und jault, das Haus nicht verunreinigt usw.
Dafür aber müssen wir viel tun und selbst dann dürfen wir nie vergessen, dass unsere Hunde
auch mal schlechte Tage haben, in unterschiedliche Lebensphasen kommen und sehr wohl auch
unsere eigene Lebenssituation auf sie reflektiert. Wir haben es hier nicht mit Maschinen zu tun
die immer funktionieren, dass können wir selber auch nicht leisten.
Es gibt viel gute Literatur die einem zum Thema Hundehaltung weiter hilft. Es ist nicht notwendig, dass Sie sich zum Hundespezialisten entwickeln, aber es ist sehr hilfreich für Sie und Ihr neues Familienmitglied, wenn Sie einwenig mehr vielleicht als andere über Hunde wissen.

Es wird Ihnen den Umgang, das Miteinander und die Erziehung Ihres Hundes immens erleichtern und die Beziehung zwischen Mensch und Hund festigen. Nur eine gesunde Beziehung, die auf Vertrauen, Liebe aber auch Konsequenz aufbaut, ermöglicht uns mit dem Hund eine gesunde, vertrauensvolle und funktionierende Einheit zu bilden

Wie lange würde mein Hund tagsüber alleine bleiben müssen?

Einen Welpen können Sie am Anfang erst mal gar nicht alleine lassen, dass müssen Sie
unbedingt einplanen. Natürlich kann und sollte man auch mit einem Welpen das alleine bleiben
üben, das kann aber nur über ganz kurze Frequenzen gehen. Auch bei einem erwachsenen
Hund muss eingeplant werden, dass dieser möglicherweise nie gelernt hat, alleine zu bleiben.
Das muss Sie aber jetzt nicht abschrecken, denn mit einwenig Geduld dem Zugewinn von
Selbstvertrauen seitens des Hundes, dem Wachsen der Bindung und langsam ansteigenden
Abwesenheitsintervallen, kann auch ein erwachsener Hund lernen, angst- und stressfrei alleine
zu bleiben.
Hat der Hund gelernt alleine zu bleiben, sollte diese Zeit aber 4-5 Stunden nicht überschreiten.
Natürlich gibt es Hunde die es nicht anders kennen und auch 8-10 Stunden alleine gelassen
werden. Als ideal würde ich das aber nicht bezeichnen.

Wie viel Zeit kann ich im Alltag und bei Problemen aufbringen?

Unser Alltag wird immer stressiger, wir haben Kinder und Haushalt zu versorgen, eine Arbeit die uns fordert und möglicherweise auch Hobbys die wir ausüben möchten und bei denen ein Hund nicht mitgenommen werden kann.
Darum überlegen Sie vor dem Kauf eines Hundes, inwieweit Sie diesen in Ihren Alltag integrieren können. Die Erziehung eines Hundes fordert Ihnen viel Geduld, Zeit, Konsequenz, Aufwand und Kreativität ab. Hunde erleben verschiedene Entwicklungsphasen, so dass wir eigentlich immer gefordert sind und sorgfältig auf Fehler und Veränderungen achten müssen, die sich bei uns und dem Hund einschleichen. Hunde haben ein sehr gutes Gespür wenn Herrchen/Frauchen gestresst und unaufmerksam ist und nutzen dies nicht selten gnadenlos aus.

Erkennen wir die ersten Signale nicht und versäumen dem entgegen zu wirken, schleichen sich
schnell neue Verhaltensmuster ein, die unseren Alltag massiv stören können und unser
Miteinander mit dem Hund in der Familie, beim Spazierengehen etc. stark beinträchtigen.

Hierbei spielen natürlich auch unsere Lebensumstände eine große Rolle. Ein unerzogener Hund mag auf dem Land in einer freien Umgebung weniger problematisch für uns sein als in der Mietwohnung, in der Stadt oder auf der Arbeit.
Natürlich gibt es auch Hunde die uns völlig problemlos ein Leben lang begleiten. Das ist sicher
auch immer eine Frage der eigenen Ansprüche und Lebensumstände. Für den einen ist es
problematisch wenn der Hund seine Nachmittage auf der cremefarbenen Couch verbringt, ein
anderer stört sich nicht daran und findet es in Ordnung. Jeder Hundehalter legt da seine eigenen Schwerpunkte fest und empfindet daher unterschiedliche Dinge als problematisch oder eben nicht.
Sicher aber ist, dass uns ein gut sozialisierter Hund, der mal alleine bleiben kann, brav im
Restaurant unter dem Tisch liegt, gerne Auto fährt, sich in Hotels zu benehmen weiß, niemanden anspringt etc., letztendlich für die Symbiose Hund – Mensch eine bessere Voraussetzung bietet.
Um dies aber zu erreichen müssen wir in der Regel die nötige Zeit aufbringen, zu Hause mit dem
Tier üben, im Feld und in der Hundeschule. Nicht zuletzt braucht unser Hund Schmuse- und
Spieleinheiten, Fellpflege usw.

Habe ich genug Geld für einen Hund?

Jedes Haustier kostet Geld, ein Goldhamster sicherlich weniger als ein Hund. Da sind nicht nur
die jährlichen Impfungen, das gibt es aufgeschnittene Pfoten, Zahnpflege möglicherweise eine
Kastration, Chippen, sonstige Erkrankungen, Entwurmungen, Gesundheitszeugnisse
für Auslandsreisen, Impfungen, Floh- und Zeckenschutz und vieles mehr.
Außerdem braucht unser Hund einen Schlafplatz, Decke, Halsband, Leine, Futter,
Leckerchen, Vitamine, eine Box oder Gurt für das Auto, eine Hundeversicherung, Hundesteuer
und und und.
Auch der Urlaub kostet in der Regel ein paar Euro mehr, müssen wir unseren Hund doch
meistens noch mit einem Gesundheitszeugnis, diversen Attesten etc. ausstatten. Im Hotel wird in der Regel ein Zuschlag erhoben und auch in Ferienwohnungen.
Rechnen müssen wir auch mit Kosten für die Welpenspielstunden, Jungstunden, Hundeverein
und vielleicht auch für einen Hundetrainer.
Wir übernehmen eine große Aufgabe für 8, 9 ja sogar bis zu 15-18 Jahre lang. Unser Hund wird
älter und krankheitsanfälliger, große und mittelgroße Hunde leiden oft unter Hüftgelenksdysplasie (HD) ( Fehlbildung der Hüftgelenke), Ellenbogengelenk-Dysplasie (ED) aber auch viele andere Krankheiten kommen bei Hunden vor.
Wenn wir einen Hund bei uns aufnehmen sollten wir darum auch vorher die Frage klären, ob uns das auch finanziell möglich ist.

Wer in der Familie soll der Bezugspartner sein?

Klären Sie innerhalb Ihrer Familie, wer den Hund erziehen soll und einigen Sie sich auf eine
gemeinsame Linie. Kinder sollten hierbei natürlich mit eingebunden werden, keinesfalls aber die Erziehung und Betreuung des Hundes alleine übernehmen.
Man sieht immer wieder 10-12 jährige Kinder alleine mit großen aber auch kleinen Hunden
spazieren gehen, eine Tatsache die ich für sehr bedenklich halte. Keines dieser Kinder hätte
auch nur die geringste Chance den Hund fest zu halten wenn er seinen Willen durchsetzen
möchte. Auch die Gefahr einer Auseinandersetzung können Kinder weder erkennen noch im
Umgang mit dem Hund bewältigen.
Hunde brauchen unbedingt eine klare und konsequente Linie, darum ist es sehr wichtig, dass Sie
innerhalb der Erziehung des Hundes die gleichen Wege gehen. Ein Hund weiß sehr genau wer in
seinem Rudel ihn möglicherweise Freiheiten gibt die der andere nicht zulässt. Klären Sie darum
unbedingt vorher mit Ihrem Partner eine einheitliche Erziehung und das einheitliche Ausführen
von Übungen und Verboten ab.

Wer kümmert sich wenn die Bezugsperson z.B. krank wird?

Auch über diese Frage sollte man einen Augenblick lang nachdenken. Gibt es jemanden in Ihrer
Nähe der Ihnen im Notfall auch mal den Hund abnimmt oder zumindest zum füttern und
Spaziergehen da sein kann?

Bin ich bereit auch den letzten Weg mit meinem Hund zu gehen?

Irgendwann kommt er, dieser schwere Tag, an dem wir, zusammen mit unserem Tierarzt eine
Entscheidung treffen müssen, die uns das Herz brechen wird, unseren Hund aber
möglicherweise von einem schweren Leiden erlöst. Bitte gehen Sie auch diesen letzten Weg mit
ihm, lassen Sie ihn in seinen letzten Minuten nicht alleine, auch wenn Sie nicht wissen, wie Sie
das aushalten sollen. Sie schaffen das, Sie werden es sehen und ihr Hund hat es verdient, dass
er nicht in fremdem sondern in Ihren Armen, mit Ihrem Geruch und Ihrer Stimme für immer
einschläft.


Halti


Frage:
wirklich eine „gute“ Erziehungsmethode oder nur Symptombekämpfung?

Beim Halti handelt es sich um ein „Kopfhalter“ für Hunde. Dieses Hilfsmittel in der Hundeerziehung einzusetzen halte ich für bedenklich.
Jedesmal, wenn der Hund nach vorne zieht, spürt er einen festen Schnauzengriff, der unter Umständen lange andauert. Normalerweise würde er nach einer solchen Korrektur (von einem Artgenossen oder einem Menschen) Unterwürfigkeit zeigen wie zum Beispiel: wegschauen, sich etwas entfernen, klein machen, etc., aber: durch dieses Halti wird er gezwungen, den Menschen weiterhin anzuschauen, direkt neben ihm zu bleiben, usw.
Frage: „Ist das nicht kontraproduktiv?“
Durch diese immer wiederkehrende Korrektur könnte Ihr Hund verunsichert und frustriert werden. Ist es nicht angenehmer, für Mensch und Hund, wenn Ihr Vierbeiner freiwillig zu Ihnen schaut, weil er Ihnen vertraut und in unsicheren Situationen auf Sie achtet, und darauf vertraut, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen…???
Durch das Halti findet auch keine Verhaltensänderung beim Hund statt. Obwohl er zu Ihnen schaut (er wird ja gezwungen, Sie ziehen seinen Kopf zu sich), ändern sich die Gedanken des Hundes nicht!
Gesundheitlich ist das Halti auch nicht unbedenklich, es kann bei zu häufiger Anwendung Schäden an der Halswirbelsäule und auf dem Nasendach des Hundes verursachen.
Denken Sie mal drüber nach…


Kind und Hund
Frage:
Was sollte man beachten?

…zunächst einmal:
kaufen Sie niemals einen Hund ausschließlich dafür, damit Ihre Kinder Verantwortung lernen. Verantwortung wird Kindern durch die Erziehung nahe gebracht. Ein Hund ist kein Mittel zum Zweck und kein Kindererziehungswerkzeug. Bitte bedenken Sie, dass die Verantwortung für das Wohlergehen Ihres Hundes niemals (egal was Sie mit Ihren Kindern vereinbart haben) bei den Kindern liegt, sondern zu 100% bei Ihnen.
Kinder schauen sich verantwortungsbewusstes Verhalten bei Ihren Eltern ab.

12 Verhaltensregeln zum besseren Umgang zwischen Kind und Hund:

Kleine Kinder dürfen nie alleine unbeaufsichtigt mit dem Hund sein (klein heißt, dass sie nicht die Möglichkeit haben, den Hund zu führen).

Für die Erziehung des Hundes dürfen lediglich erwachsene Personen verantwortlich sein. Kinder geben keine Kommandos und gehen nicht alleine mit dem Hund spazieren.

Hunde sind Lebewesen und keine Spielgegenstände für Kinder (Kinder spielen nur unter Aufsicht Erwachsener mit dem Hund).

Der Umgang des Kindes mit dem Hund sollte respektvoll sein.

Die Liegestelle des Hundes muss für das Kind ein absolutes Tabu sein.

Das Kind darf niemals den Hund beim Fressen stören.

Das Kinderzimmer soll für den Hund tabu sein. Nur, wenn die erziehende Person ihn auffordert, soll er mit dorthin gehen. Der Hund soll kein eigenes Spielzeug haben, das er evtl. gegen die Kinder verteidigen will.

Das Essen der Kinder (natürlich auch das der Erwachsenen) ist für den Hund tabu und er darf sich während der Mahlzeiten nicht am Tisch aufhalten.

Kinder dürfen Hunde nur gemeinsam mit ihren Eltern füttern.

Kinder dürfen niemals fremde Hunde anfassen, ohne dass ihre Eltern beim Hundebesitzer um Erlaubnis gefragt haben.

In der Nähe eines Hundes sollten Kinder möglichst nicht schreien, weglaufen, die Augen fixieren, mit einem Ball spielen oder raufen.

Kinder werden von den Eltern VOR dem Hund begrüßt und auch bevor der Hund die Kinder begrüßen kann.

(Quelle: Jan Nijboer / Natural Dogmanship)


Teletakt- / Reizstromgerät


Frage:
Was ist das überhaupt?

Dem Hund wird über ein am Halsband befestigtes Empfängergerät ein sog. „Strafimpuls“ verpasst, wenn er mal wieder nicht „gehorchen“ sollte (also ein Stromschlag, der in seiner Intensität vom Hundeausbilder oder -Halter variiert werden kann). Der Einsatz solcher Elektroreizgeräte ist aus Tierschutzgründen allerdings entschieden abzulehnen.

In Schleswig-Holstein wurde laut Erlass des Ministeriums für Natur, Umwelt und Landesentwicklung vom 01.12.1992 die Anwendung von Elektroreizgeräten als tierschutzwidrig im Sinne des § 18 (1) Nr. 1 des TierSchG untersagt. Leider ist Schleswig-Holstein bisher das einzige Bundesland, das so eindeutig Stellung bezogen hat.

Als problematisch anzusehen ist insbesondere der unkundige oder in der Intensität unangemessene Einsatz bei der Ausbildung, der den Hund zunehmend verunsichert und letztendlich schädigt. Denn oft wird der Reiz verspätet eingesetzt, d.h. der Hund verbindet nicht das unerwünschte Verhalten, sondern sein Verhalten danach mit der Strafe, so dass es ihm gar nicht möglich ist, „wunschgemäß“ zu reagieren.

Zur Beseitigung von Angstproblemen ist die Anwendung der Teletaktgeräte außerdem völlig ungeeignet, da der Hund dadurch nur noch ängstlicher wird. Auch für andere „Erziehungsprobleme“ sind diese Geräte weitestgehend ungeeignet, da es für den Hund keine Möglichkeit gibt, dem schmerzhaften Reiz auszuweichen, ihn etwa durch verändertes Verhalten gezielt zu vermeiden.

Es gibt kein „Fehlverhalten“, das nicht durch eine andere Methode wirksamer und vor allem tierschutzgerechter geändert werden könnte, so dass sich die anderen Bundesländer am Beispiel von Schleswig-Holstein orientieren und diese Geräte grundsätzlich verbieten sollten.

Im deutschen Tierschutzgesetz § 3, Punkt 11 heißt es:

Es ist verboten:
ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.
Das prophylaktische Einsetzen solcher „Erziehungs“-Hilfen in einer x-beliebigen Hundeschule ist somit verboten!!!

Hunde-Erziehung mit Stromschlag ist strafbar!

Elektronik prägt unsere Zeit: Fernsehen, Radio und Videogerät lassen sich bequem vom Sessel aus bedienen. Schon die Kleinsten üben sich darin, ihr Modellbau-Schiff oder -Flugzeug von Ferne per Knopfdruck zu steuern. Da mag es manchem ganz selbstverständlich erscheinen, dass auch der Hund per Fernbedienung erzogen wird und immer dann Stromstöße über ein Halsband erhält, wenn er sich nicht nach den Wünschen des Ausbilders benimmt.

Der Handel unterstützt diese Tendenz: Auf Messen, in Zeitschriften und Fachgeschäften werden so genannte Elektroreiz- oder Teletaktgeräte angeboten; kleine Kästchen, die es dem Hundetrainer per Knopfdruck und damit verbundenem Elektroschock ermöglichen, den frei laufenden Hund in die von ihm gewünschte Richtung zu zwingen. Nach § 3, Nr. 5 des Tierschutzgesetzes ist es jedoch verboten, ein Tier unter Schmerzen auszubilden.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ist mit einem kürzlich gesprochen Urteil noch einen Schritt weiter gegangen. Die Richter entschieden, dass der Einsatz von Elektroreizgeräten nach geltendem Tierschutzrecht grundsätzlich völlig verboten ist. (Aktenzeichen: 7 K 625/01) Selbst wenn der Halter den Hundeführerschein abgelegt hat oder über nachweislich große Sachkunde verfügt, darf er den Hund nicht per Fernbedienung traktieren. Die Richter argumentieren: Durch die direkte Stromeinwirkung werde das artgemäße Verhalten der Hunde erheblich eingeschränkt. Zudem würden dem Tier Schmerzen und Leiden zugefügt.

Nach diesem Urteil macht sich jeder strafbar, der – wie es noch immer üblich ist – in der Abgeschirmtheit eines Hundeplatzes oder Jagdreviers seinen Hund von Ferne steuert. Auch Händler sollten ihre Werbung überdenken, die verharmlosend „Ferntrainer“ oder „Elektronik, die Ihr Hund versteht“ anpreist. Denn: Nur der Spielzeughund Robot Dog eines japanischen Konzerns dürfte wirklich etwas von Elektronik verstehen.

Meine Meinung:
…ich bin der Meinung (und vertrete diese auch vehement), dass solche martialischen Hilfsmittel wie Sprayhalsbänder, Anti-Bell-Halsbänder, Reizstromgeräte, sowie jegliche Art von Stachel- und Würgehalsbänder überhaupt keine ansprechbare Alternative in der Hundeerziehung sind!
Natürlich wird der ein oder andere Leser sich fragen, was ich gegen all diese Dinge vorzubringen habe. Diesen Menschen möchte ich mit einer Frage antworten. Bitte überlegen Sie ein wenig, bevor Sie sich selbst die Antwort geben.
„Würden sie bei Ihrem Kind, egal wie schwer erziehbar oder aggressiv es sich der Außenwelt präsentiert, eines dieser Hilfsmittel anwenden?“
Ich bin mir sicher, dass 99,9% die Frage mit „nein“ beantworten. Wieso um alles in der Welt zieht überhaupt noch jemand den Einsatz dieser Methoden in Betracht?

Mit all diesen Foltermaßnahmen betreibt man ausschließlich Symptombekämpfung. Die Wurzel der Verhaltensstörung wird hierbei nicht ergründet. Die Anwendung von ferngesteuerten Schreck- oder Schmerzreflexgeräten kann bei Ihrem Hund zu irreparablen Schäden führen.
Leider führt der Einsatz dieser Hilfsmittel zu kurzfristigen Verhaltensänderungen beim Hund, was den Eindruck entstehen lässt, die Sache könnte funktionieren…
…in Wirklichkeit mutiert Ihr vierbeiniger Freund zu einem verunsicherten und frustrierten und somit noch gefährlicheren und unberechenbaren Tier. Gewalt erzeugt immer neue Gewalt!
Das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter wird nachhaltig zerstört.

Ich möchte den meisten Hundehaltern unterstellen, dass sie ihre Hunde lieben. Bitte handeln Sie auch so. Der gewaltfreie Weg zur positiven Verhaltensänderung ist sicher langwierig, aber ich verspreche Ihnen, es lohnt sich!
Sollten Sie die Anschaffung eines dieser Instrumente in Erwägung ziehen, denken Sie daran:
Ihr Hund würde über solche Grausamkeiten noch nicht einmal nachdenken. Schauen Sie doch mal tief und lange in seine Augen und entscheiden Sie dann, ob Sie diese liebende Seele quälen wollen?


Welpenschutz
Frage:
Gibt es den wirklich?

Immer wieder höre ich die Aussage bei anderen Hundehaltern „Das ist doch noch ein Welpe, der hat doch Welpenschutz“. Dieser immer wieder ausgesprochene Satz ist so definitiv nicht richtig, hält sich aber in den Köpfen der Hundehalter und ist anscheinend nur schwer zu revidieren. Verlassen sie sich nicht auf den so genannten Welpenschutz! Diesen gibt es nur innerhalb eines Rudels und auch nur für die Welpen der Leithündin!

Wie sieht das bei den Wölfen aus?
In einem Wolfsrudel werden die Welpen von der Wolfsmutter und Leithündin oder auch anderen Rudelmitgliedern geschützt. Ein fremder, dem Rudel nicht zugehöriger Wolf würde es niemals wagen, den Welpen zu nahe zu kommen. Für eine Wölfin wäre es ein natürliches Verhalten, jeden fremden Welpen tot zu beißen, sichert sie doch so das Überleben ihres eigenen Wurfes (bei Nahrungsknappheit z.B.). Zwar geschieht das im natürlichen Lebensraum der Wölfe selten, da die Rudel in der Regel ihre Welpenlager sehr weit voneinander weg haben. E. Trumler aber berichtet, das in Forschungsstationen die Territorien viel näher beieinander liegen und es hier durchaus zur Tötung von Welpen gekommen ist, die sich zu nahe an die Reviergrenze gewagt hat. Dabei waren Rüden und Hündinnen gleichermaßen wild entschlossen und aggressiv.

Was machen Hundemütter?
Auch Hundemütter wachen über ihre Welpen und können in den ersten Wochen, gegenüber dem Vater der Welpen und auch anderen Rudelmitgliedern, recht misstrauisch oder sogar aggressiv reagieren. In einem intakten Rudel habend die Welpen bis zur etwa 8. Woche relative Narrenfreiheit. Das hängt damit zusammen, dass die Welpen in diesem Alter noch keinen Einfluss auf die Rangposition der erwachsenen Hunde haben. Aber bereits ab der achten Woche werden die Welpen von den Elterntieren erzogen (besonders vom Vater) und dürfen sich längst nicht mehr alles heraus nehmen.

Fazit
Welpenschutz gibt es nicht.

Welpen im eigenen Rudel genießen durchaus Schutz, der von der Mutter durchgesetzt wird. Dies aber gilt nicht grundsätzlich für fremde Hunde die auf einen Welpen oder Junghund treffen. In der Regel wird ein gesunder und gut sozialisierter Hund einen Welpen nicht ernstlich verletzen, eine Garantie dafür gibt es aber nicht!

Fakt ist, nicht jeder Hund ob Rüde oder Hündin begegnet einem Welpen oder auch Junghund freundlich. Erwachsene, instinktsichere Hündinnen können Welpen durchaus weg beißen und dabei verletzen. Auch die Dominanzveranlagung des einzelnen Hundes muss berücksichtigt werden, ist er sehr dominant, kann es durchaus zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Auch Hunde die eine sehr starke, enge soziale Bindung zu ihrem Halter haben, können durchaus ablehnend auf einen Welpen reagieren, wenn dieser sich dem Halter zu sehr nähert. Dabei geht es sicherlich nicht um Eifersucht im klassischen Sinne sondern eher um den Erhalt des erworbenen Sozialstatus innerhalb der Mensch/Hund Beziehung den der Hund im Ernstfall verteidigen wird.

Auf was sollte man achten?
Natürlich ist es wichtig für den Welpen andere Hunde zu treffen und damit auch sein Sozialverhalten zu festigen. Dies sollte aber keinesfalls unkontrolliert passieren, da negative Erfahrungen mit anderen Hunden sich schnell einprägen und großen Einfluss auf seinen zukünftigen Umgang mit Hunden haben werden.

Gut geführte Welpenstunden (kontrolliertes Spielen, Anwesenheit des Trainers, kleine Gruppen, nicht zu große Alters- und Größenunterschiede) können für den Welpen eine sinnvolle und wichtige Lernerfahrung sein. Treffen Sie draußen andere Hunde, klären Sie bitte sehr genau ob der andere Hund einen guten, sicheren Umgang mit Welpen hat. Erscheint der Hundehalter nicht sicher und hat keine Erfahrungen in Bezug auf den Umgang seines Hundes mit Welpen gemacht, nehmen Sie lieber Abstand, bevor Ihr Welpe unangenehme Erfahrungen macht.

Literaturnachweise:


E. Trumler, Hunde ernst genommen
E. Trumler, Mit dem Hund auf du
E. Trumler, Ratgeber für den Hundefreund
E. Trumler, Das Jahr des Hundes
E. Zimen, Der Hund